Orange_slug

„Orange slug“ von Guillaume Brocker - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Orange_slug.jpg#/media/File:Orange_slug.jpg

Wer kennt sie nicht

Diese ekligen, schleimigen Viecher, die einem im Garten alle Jung- und Altpflanzen an- und abfressen. Egal, ob es sich um Nacktschnecken, wie die Spanische Wegschnecke, oder Schnirkelschnecken oder wie sie alle heißen, handelt - die schaffen fast alles. Besonders im Frühjahr ist es immer sehr erbauend, wenn man eines Morgens feststellen darf, dass z.B. seine gerade gekeimten Bohnen nur noch aus abgefressenen Stielen bestehen.

Jeder Gärtner hasst sie und das lässt sich der Fachhandel mit seinem Schneckenkorn auch recht gut bezahlen. Dabei hält dieses Zeug nicht ewig und nach Regen ist es meist futsch und man darf Neues auslegen. Da ich nicht eingesehen habe, so viel Geld für schleimige Viecher auszugeben, es leid war, allabendlich durch den Garten zu streifen und die Schnecken selbst zu killen (einmal, im Juli 2002, habe ich ungelogen in nur 1 Stunde 150 dieser Dinger erledigt) und Bierfallen rein gar nichts bewirkten, habe ich mich für Laufenten entschieden. Den Tipp dazu gab mir eine befreundete Tierärztin, alles Weitere fand ich im Internet.

Indische Laufenten (Anas platyrhynchos f. domestica) sind einige der wenigen domestizierbaren Tiere, die Schnecken, vor allem Nacktschnecken, fressen - und das mit Begeisterung. Sie spüren die überwiegend nicht tagaktiven Schnecken in ihren Verstecken auf und fressen sie mit viel Wasser auf. Nacktschnecken verteidigen sich nämlich durch immense Schleimproduktion vor Angriffen. Damit die Ente nicht erstickt, muss sie die Schnecke mit Wasser runterspülen. Vielleicht gelingt es mir mal, eine Ente zu fotografieren, die gerade eine Schnecke gefunden hat. Sie plustert sich auf und  rennt mit der Schnecke im Schnabel zum Teich (gefolgt von den Futterneidern). Was dann folgt, ist nichts für empfindliche Gemüter. Nur soviel: Gertruds Hals und Brust ist bei den ganz dicken Dingern immer komplett mit Schleim verschmiert. Gertrud ist hier für die dicken Dinger zuständig.

Die Schnirkelschnecken mit ihrem Haus werden einfach im Ganzen verschluckt. Der kräftige Entenmagen kümmert sich schon um den Rest.

Da ich seit einiger Zeit schon keine sichtbaren Schnecken mehr im Garten habe, liefern mir meine Nachbarn immer ihre Sammlungen in Gläsern. Das gibt jedes Mal ein Gemetzel! Ulkig sieht es z.B. aus, wenn Brigitte mit ihrer zierlichen Statur mehrere der Schnirkelschnecken gefuttert hat. Man kann beobachten, wie die Häuschen die Speiseröhre hinunterwandern.

"Laufenten haben über die Eigenschaft Nacktschnecken zu fressen hinaus auch weitere essentielle Bedürfnisse. Deswegen kann die Haltung von Laufenten als Nacktschneckenvernichter nur auf der Grundlage einer Symbiose ethisch sein, bei der der Halter seinerseits auch den weitergehenden Ansprüchen dieses Wassergeflügels entgegenkommt."

Bernd Ullrich

 

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